Team-Vorstellung: Mariem Amal

Hallo, mein Name ist Mariem Amal. Ich komme ursprünglich aus Marokko. Mit meinen Eltern und meinen zwei Brüder habe ich in Agadir, einer touristischen Stadt an der südlichen Atlantikküste, gelebt. Zuerst habe ich dort an einer Hochschule zwei Jahre Management von kleinen und mittleren Unternehmen studiert. Danach war ich an der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Agadir und habe meinen Bachelor im Bereich „métiers de la vente“ (= Vertriebsberufe) absolviert.

Wie kam es, dass Du in Deutschland studiert hast?
Von Anfang an wusste ich, dass ich im Ausland studieren möchte. Meine Eltern sprachen oft mit mir darüber und wollten mich auch dabei unterstützen. Aber es war nicht klar, welches Zielland es sein würde. Deutschland war eine der Optionen, da bereits meine Tante in Deutschland ihr Studium absolviert hatte. Das einzige, was mich damals zurückhielt, war die Sprache. Nach langen Überlegungen entschloss ich mich, die Herausforderung anzunehmen und habe mich für Deutschland entschieden.

Wo hast Du so gut Deutsch gelernt?
Für die Erteilung eines deutschen Visums muss man in Marokko ein B1-Zertifikat nachweisen. Dafür habe ich sechs Monate lang einen Deutsch-Kurs gemacht. Diese Kenntnisse genügen für den Alltag. Allerdings reicht das nicht aus, um an einer deutschen Hochschule zu studieren. An der Universität Bonn bekam ich die Zulassung für einen Deutschkurs. Dort habe ich mich auf die DSH (Deutsche Prüfung für den Hochschulzugang) vorbereitet und auch diese Prüfung bestanden.

Wie war das, als Du in Deutschland angekommen bist?
Alles hat einen Anfang und jeder Anfang ist schwer. Aber nicht alles, was ich in den ersten Tagen meines Aufenthalts in diesem Land lernen musste, hat mich frustriert. Im Gegenteil, ich fand Freude daran, weil ich jeden Tag neue Dinge lernen durfte. Das Einzige was schwer für mich war, war die Abwesenheit meiner Eltern, Familie und Freunde. Ich erinnere mich noch daran, als ich durch die Seitenstraßen von Bonn ging. Auf meinen Spaziergängen, als ich einkaufte und wo immer ich war, habe ich Menschen in Gesellschaft gesehen. Sie lachten und redeten. Ich beneidete sie darum! Zum Glück habe ich mich aber schnell eingelebt und wundervolle Menschen kennengelernt, darunter eine deutsche Nachbarin, mit der ich schöne Erinnerungen teile.

Wie ging es dann mit Deiner Ausbildung weiter?
Ich habe zwei Semester im Bachelor-Studiengang „Betriebswirtschaftslehre“ an der Universität Augsburg absolviert. Da ich bereits einen Bachelor in Marokko absolviert habe, war es für mich etwas langweilig. Darum habe ich mich während des Studiums für verschiedene Masterstudiengänge beworben. Als ich die Zulassung an der Europa Universität in Flensburg bekommen habe, konnte ich es nicht erwarten. Ich habe das Studium an der Uni Augsburg abgebrochen, bin nach Flensburg umgezogen und habe im Oktober 2014 mein Master-Studium begonnen.

Und wie ging es weiter?
Es war die Richtige Entscheidung! Das Studium war sehr vielfältig. Es gab natürlich Pflicht-Vorlesungen. Aber ich durfte selbst wählen, welche Vorlesungen und Seminare ich zusätzlich besuche. Manche Seminare waren rein theoretisch, aber manche auch praktisch. Das hat mir viel Spaß gemacht. Es war total anderes als das Studium in Marokko: dort waren alle Vorlesungen festgelegt. Mein Vertiefungsgebiet war übrigens Strategie und im März 2017 habe ich meinen Abschluss gemacht.

Wie kam es dazu, dass Du jetzt bei managerohnegrenzen arbeitest?
Nach dem Studium habe ich geheiratet und zwei Kinder bekommen. Als dann mein kleines Kind in der Kita angemeldet war, wollte ich endlich mal in das Berufsleben einsteigen. Ich dachte, ein Praktikum wäre eine gute Möglichkeit, um mit Arbeits- und Familienleben in einen Rhythmus zu kommen. Durch meine Recherche im Internet bin ich auf managerohnegrenzen gestoßen. Ich fühlte mich angesprochen, das Konzept der Stiftung hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich sofort beworben, wurde angenommen und nach meinem Praktikum bin ich heutzutage festangestellt, als Teil des managerohnegrenzen-Teams.

Gefällt es Dir in Deutschland?
Ich habe das Glück, großartige Begegnungen in Deutschland gemacht zu haben. In die Gesellschaft habe ich mich gut integriert. Zudem bin ich dankbar, in diesem Land, das meine zweite Heimat geworden ist, einen sinnhaften Job ausüben zu dürfen, bei dem ich an meine afrikanische Herkunft gebunden bleibe und durch managerohnegrenzen dazu beitrage, etwas zu bewirken.

Vielen Dank für das interessante Interview, liebe Mariem. Schön, dass Du bei uns bist!